Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht

Dresden behindert politische Gegner/Themen

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Die Wahlplakate zur Stadtratswahl hängen ja nun schon eine Weile. Obwohl solche Plakate nicht im geringsten zur Meinungsbildung beitragen werden sie trotzdem immer wieder aufgehängt und -gestellt. Schließlich bezahlt es ja der Steuerzahler.

Trotz der meist nichtssagenden Visagen auf den meisten Plakaten sorgte eins davon für ein wenig Gesprächsstoff:

Wahlplakat mit gruenem Radlogo

Es handelt sich um ein Plakat der Grünen. Abgebildet ist ist ein runder grüner Kreis mit einem Fahrradpiktogramm.

Hier sah sich die Stadt zum Handeln gezwungen. Sie ordnete kurzerhand an, die Plakate abzuhängen und drohte damit, bei Verweigerung dies selbst zu tun.

Als Begründung gab die Stadt Dresden an, Radfahrer könnten bei schlechten Lichtverhältnissen bzw. in der Nacht das Plakat mit einem Verkehrschild verwechseln und so versehentlich Wege befahren, die sie nicht befahren dürfen. Das würde natürlich sowohl Radfahrer als auch Fußgänger gefährden.

 

So rührend es sein mag, dass sich die Stadt sorgen um die Verwirrung von Radfahrern macht, so lächerlich ist es auch.

Zum einen wird Radfahrern offensichtlich nicht zugetraut, zwischen einem Verkehrsschild und einem Plakat zu unterscheiden. Selbst im Dunkeln ohne Licht lässt sich da durchaus ein Unterschied erkennen.

Ein Vergleich: Farbenblinden ist das private Führen eines KFZ erlaubt, da sie zwar die Farben nicht unterscheiden können, aber sehen, welche der drei Lampen leuchtet. In dieser Hinsicht wird einem fehlerfrei sehenden Radfahrer also weniger Urteilsvermögen zugeschrieben, als einem Farbenblinden.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass gut 60 bis 70% der Dresdner Radfahrer die Bedeutung der angesprochenen Verkehrschilder und der damit verbundenen Regelungen überhaupt nicht kennen und demnach keinerlei Verhaltensänderung in der Fortbewegung zu erwarten ist.

Im Allgemeinen ist die Stadt sonst eher weniger um die Sicherheit der radelnden Bevölkerung besorgt. Schließlich werden Radwege im Winter als Schneeablage genutzt, Haltestellenhäschen des ÖPNV werden auf Radwegen platziert, Radwege dienen nur als geheime Parkflächen oder Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche Straftäter die Radfaher (fast) überfahren werden wegen mangelndem öffentlichen Interesse eingestellt.

 

Mit dem Entfernen der Plakate konnte/wollte die CDU/FDP gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen wurde ein unliebsames Thema abgewürgt (besonders für die FDP, die Fahrradhasserpartei schlechthin), zum anderen wurde die Präsentation eines politischen Gegners geschwächt.

Im Endeffekt überklebten die Grünen ein paar von den noch vorhandenen Plakaten mit einer kurzen Zusammenfassung der städtischen Aussage, womit sich die Stadt zufrieden gab.

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