Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht

RWBP auf der Freiberger Straße

3 Kommentare

Heute widme ich mich der Radwegbenutzungspflicht auf der Freiberger Straße. Ich beschränke mich erst einmal auf den Kreuzungsbereich mit der Ammonstraße.

Wir starten zunächst an der Hertha-Lindner-Str. stadtauswärts. Hier gibt es einen benutzungspflichtigen Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. Bis zur Maternisstraße wird diese Situation beibehalten. Ab der Maternisstraße wird der Radfahrstreifen auf den Gehweg geführt und man ist gezwungen auf einem getrennten Geh- und Radweg zu fahren.

Radweg Freiberger Str.

Radweg Freiberger Str.

Der Grund dafür ist nicht nachvollziehbar. Weder liegt eine besondere örtliche Situation vor, noch macht es die Verkehrsdichte erforderlich, Radfahrer auf den Gehweg zu verbannen. Im Gegenteil, die Verkehrsdichte ist sehr gering.

Die Benutzung des Gehweges wird neben der fehlenden Überholmöglichkeit für andere Radfahrer spätestens im Kreuzungsbereich zum Problem.

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Kreuzung Freiberger Straße


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Kreuzung Freiberger Straße / Ammonstraße

Im ersten Bild sieht man den Kreuzungsbereich für Radfahrer. Fährt man bis zur Ampel vor, blockiert man den Kreuzungsbereich der Kreuzenden Radfahrer, die grün haben. Diese kommen nur vorbei, indem sie ordnungswidrig auf den Gehweg ausweichen oder absteigen, das Rad über den Gehweg schieben und dahinter auf dem Radweg wieder aufsteigen.

Hält man an der sowohl vor der Ampel als auch vor der Kreuzungsstelle blockiert man den Radweg für alle Radfahrer hinter sich. Der Radweg mag zwar den Mindestmaßen von 1,50m entsprechen, ein sicheres Überholen, ohne den Radweg zu verlassen ist allerdings nicht möglich.

Als allgegenwärtige Gefahrenquelle sind schließlich noch die rechtsabbiegenden KFZ-Fahrer vorhanden, die oft geradeaus fahrende Radfahrer übersehen und Ihnen die Vorfahrt nehmen oder sie im schlimmsten Fall an/Umfahren.

Im zweiten Bild sieht man wieder einmal welche Fehlplanung die gesamte Kreuzung ist. Die Geradeausfahrt wird von Radfahrern blockiert, die sich auf dem kreuzenden Radweg befinden und auf eine grüne Ampel warten.

 

Wenn man dann über diverse holprige und mangelhaft abgesenkte Bordsteinkannten des Gehwegs gefahren ist kommt man zur nächsten Gefahrenstelle.

Ab der Bauhofstraße endet die Benutzungspflicht. Der anschließende Gehweg darf korrekterweise nicht befahren werden und auf der Fahrbahn wurde eine Markierung aufgebracht, die zur Einfädelung des Radverkehrs auf die Fahrbahn dienen soll.

Die Markierung ist noch nicht besonders alt. Vielleicht ein Jahr, aber da 95% der KFZ drüber fahren ist sie im hinteren Bereich (dort kommt es drauf an) schon stark verblasst. Auf nasser Fahrbahn sowieso kaum wahrnehmbar.

Wie es nun mal so ist, wird geradeausfahrenden Radfahrern hier gern die Vorfahrt von rechtsabbiegenden KFZ genommen. Die Geschwindigkeit von Radfahrern wird hier gnadenlos unterschätzt.

Eine weitere Gefahrenquelle ist das Einfädeln der Radfahrer an sich. durch die Verschwenkung der Einfädelspur kommt es zu einer so großen Seitwärtsbewegung, dass dahinter fahrende KFZ in der Regel sehr wenig Seitenabstand lassen. Noch weniger als die obligatorischen 80cm.

 

 

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Kreuzung Freiberger Str. / Bauhofstr.

 

Jetzt nehmen wir uns die Gegenrichtung vor.

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Freiberger Str. – Der Anfang

Vom Ebertplatz kommen muss man als Radfahrer zunächst den gemeinsamen Geh- und Radweg benutzen. Die Pflasterung des Gehwegs suggeriert allerdings einen getrennten Geh- und Radweg. Ich vermute, dass es dies mal war, bis sich jemand über den Überleitungsmast beschwert hat, der hier mitten auf dem (Ex-)Radweg steht.

Sobald man die Saxoniastraße erreicht ist ausschließlich das befahren der Fahrbahn zulässig. Weder hat sich dort etwas am Verkehrsaufkommen (zu jeder Tageszeit sehr niedrig), noch an den baulichen Gegebenheiten geändert.

 

Ein gemeinsamer Geh- und Radweg fängt dann erst wieder vor der Bahnunterführung an der Papiermühlengasse an.

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Freiberger Str. / Papiermühlengasse

Zwar erfüllt der Radweg die baulichen Voraussetzungen, aber nicht die verkehrstechnischen.  Weit und breit kein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Hier wird mit dem Radweg wieder eine Gefahrenquelle geschaffen. Dieser verläuft nach der Unterführung als Schutzstreifen zur Geradeausfahrt zwischen der normalen Geradeausspur und der Rechtsabiegerspur. Rechtsabbieger müssen also den Radstreifen Kreuzen. Wenn die KFZ-Führer beim Spurwechsel dann nicht in den Spiegel sehen, überfahren sie nebenherfahrende bzw. von hinten kommende Radfahrer.

 

Es passieren lediglich so wenig Unfälle, weil die Freiberger Straße vom KFZ-Verkehr sehr wenig befahren ist.  Eine Gefährdung vom Radfahrern auf der Fahrbahn ist nicht vorhanden und entsteht erst durch die Verkehrsführung der Radwege. Die Benutzungspflicht wurde damit unzulässig angeordnet.

Zeit mal wieder an das Straßen- und Tiefbauamt zu schreiben.

 

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3 Kommentare zu “RWBP auf der Freiberger Straße

  1. Hallo Marcus,
    ich habe heute deinen Artikel in der DNN gelesen und versucht dich vorhin auf der Critical Mass zu finden. Warst du dort?

    VG
    Jens

    • Ich war leider nicht da, tut mir Leid. Mittlerweile habe ich mir ’ne Erkältung eingefangen und da ich sowieso maximal eine halbe Stunde hätte mitfahren können, habe ich schweren Herzens drauf verzichtet.

      • Ich dachte wir könnten uns mal zusammensetzen, ich hatte vor 4 Jahren den Widerspruch auf der Gegenrichtung der Freiberger Str. und ein paar andere geschrieben. Schick mir mal ne Email.

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