Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht


Ein Kommentar

Die Sicherheit von Radfahrern … (RWBP ad absurdum)

… wird von den entsprechenden Straßenverkehrsbehörden stets als Ausrede genutzt, um diese widerrechtlich auf viel zu schmale, gefährliche und in baulich miserablen Zustand befindliche Hochbordradwege zu zwingen. Angeblich sei die Gefährdung auf der Fahrbahn zu groß.
Zu 95% verstoßen sie damit gegen §45 (9) StVO, weil die Realität von den mangelhaften Rechtfertigungsversuchen der Verkehrsbehörden abweicht und Gerichte das regelmäßig feststellen. Eine Besserung ist kaum in Sicht.

Dumm nur, wenn die Verkehrsfläche, auf der die Radfahrer und Fußgänger eingepfercht werden für etwas anderes benötigt wird. Da zucken die Verantwortlichen nicht einmal mit der Wimper und übergehen ihre eigenen Rechtsbruchmethoden.

Ein aktuelles Beispiel ist die Antonstraße in Dresden.

Antonstraße in Dresden

Sobald es eine Baustelle gibt, sind Radfahrer auf der Fahrbahn auf einen Schlag nicht mehr gefährdet.

Stadteinwärts ist der Radweg ein benutzungspflichtiger Hochbordradweg aus Pflastersteinen, Gehwegplatten und anderen Materialien, die gerade für den Bau zur Verfügung standen. Daneben befinden sich immer wieder diverse Lampen- und Überleitungsmasten darauf und die Zahl der Geisterfahrer übersteigt zu machen Zeiten die der korrekt fahrenden Radfahrer.

Auf der Fahrbahn daneben fahren die KFZ-Führer mit durchschnittlich 60 bis 70km/h (Limit: 50km/h), wenn sie freie Fahrt haben. Das Verkehrsaufkommen könnte die Radwegbenutzungspflicht durchaus rechtfertigen, wenn der Radweg den baulichen Voraussetzungen entsprechen würde.

Nun wird allerdings der Bereich, in dem der Geh- und Radweg verläuft für die Baumaßnahmen an der Bahnanlage benötigt. Kurzerhand entschied man sich, dass Radfahrer von heute auf morgen auf der Fahrbahn nicht mehr durch den KFZ-Verkehr gefährdet werden. Es bestehen plötzlich keine besonderen örtlichen Verhältnisse mehr, die eine Radwegbenutzungspflicht auf dem Gehweg erforderlich machen. An dieser Stelle ist es sogar so sicher, dass sich die Radfahrer bei voller Fahrt auf 2m Länge nach links in den fließenden Verkehr, der mit durchschnittlich 65km/h fährt, einordnen dürfen. Dann dürfen sie sich ganze 100m als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer fühlen, ehe es wieder zu gefährlich wird und sie die Fahrbahn verlassen müssen.

Deutlicher kann man gar nicht ausdrücken, wie sehr man als Straßenverkehrsbehörde die StVO vorsätzlich missachtet, dagegen handelt und sie nach eigenem Gutdünken auslegt.

 

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Für grün bitte betteln …

Wenn man von der Budapester Straße die Kreuzung an der Nossener Brücke geradeaus queren möchte, um die Chemnitzer Straße zu befahren ist Eigeninitiative gefragt. Hier ein Bild der Kreuzung:

Für grün bitte betteln

Für grün bitte betteln

An der Kreuzung befindet sich eine  für gegen Radfahrer eingestellte Bedarfslichtzeichenanlage. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie auch Bettelampeln bezeichnet.

Sinn dieser Art von Ampelanlage ist es den im Normalfall ununterbrochenen Verkehrsfluss nicht zu stören, wenn es nur sehr wenig querenden Fußgängerverkehr gibt. Es macht also nur an vielbefahrenen Fahrbahnen ohne kreuzenden Fahrbahnverkehr Sinn.

Nun hatten die Planer des STA oder wer auch immer dafür zuständig ist die Idee, dass man den störenden Radverkehr nicht nur von der Fahrbahn verbannen kann, sondern auch freie Fahrt für freie Rechtsabbieger schaffen kann. Also hat man eine Bedarfslichtzeichenalage aufgestellt, die nur nach Aufforderung (also draufdrücken) auch auf grün schaltet.

Interessanterweise wissen das (von mir) geschätzt 50% der haltenden Radfahrer nicht und tun nichts.  25% drücken einfach intuitiv auf den Drücker und der Rest weiß Bescheid.

Folglich kommt es nicht selten dazu, dass Radfahrer an der Ampel auf grün warten. Der KFZ-Verkehr auf der Fahrbahn bekommt grün, aber die Fußgänger-/Radlerampel bleibt rot. Danach passiert es entweder, dass die Radfahrer bei rot die Kreuzung queren (was ich in dem Fall auch nachvollziehen kann) oder dass sie sich verwundert umsehen, den Drücker entdecken, draufdrücken und bis zur nächsten Grünphase warten.

Auch für den fließenden Radverkehr sieht es schlecht aus. Wenn er die Ampel erreicht und niemand vorher gedrückt hat muss er halten, obwohl der parallel verlaufende KFZ-Verkehr grün hat und durchheizt.

 

Das Ganze dient weder zur Wahrung des Verkehrsflusses, denn es ist eine normale Kreuzung mit wechselseitiger Ampelschaltung, noch zur Erhöhung der Sicherheit (von wem auch immer), womit sich die Straßenverkehrsbehörde immer rauszureden versucht.

Es ist ausschließlich ein Mittel, um unerwünschten Rad- und Fußgängerverkehr von der Fahrbahn fernzuhalten, damit Rechtsabbieger ohne „Behinderung“ abbiegen können.

Laut Dietmar Kettler kann auch gegen solche schikanösen Ampelanlagen geklagt werden. Zunächst läuft eine freundliche Anfrage an das Dresdner STA.


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Elberadweg: Befahren verboten!

Heute zur Abwechslung nichts aus Dresden, sondern aus Radebeul, der groooooßen Kreisstadt.
Dort führt an der Elbe der Elberadweg entlang, angeblich Deutschlands beliebtester Radweg. In der Regel ist dieser in beide Richtungen befahrbar, wobei die Beschilderung und der bauliche Zustand für dieses Unterfangen wie üblich zu wünschen übrig lassen.
Nun nutzt man den Elberadweg zum gehen, laufen, Inlineskaten, Stöcke umhertragen, aber auch zum Radfahren. Dass das auf „Deutschlands beliebtesten Radweg“ nicht immer erwünscht ist zeigt die folgende Beschilderung:

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Verbot für Fahrzeuge aller Art – Willkommen auf dem Elberadweg

In der Nähe der Festwiese prangt das Wunderschöne Zeichen 250 am Weg: Verbot für Fahrzeuge aller Art. Besonders interessant finde ich zusätzlich Zeichen 258 „Verbot für Reiter“. Ein Pferd habe ich auf dem Elberadweg noch nie gesehen.

Anlieger dürfen natürlich durchbrettern. Damit sind die freundlichen Radebeuler Kleinparzellenbesitzer gemeint, die gern mal ihr motorisiertes Gefährt auf dem Elberadweg abstellen und damit die ganze Breite des Elberadweges einnehmen.

Einmal gab ich einem Angehörigen der intelektuellen Kleingartenelite den Hinweis, dass der Elberadweg kein Parkplatz ist, worauf mir geantwortet wurde, ich solle verschwinden, dies sei ein Privatweg. Wow, der private Elberadweg!

So, wir müssen also unser Gefährt schieben, wenn wir an den Wegelagerern mit dem grünen Daumen vorbei wollen. Jetzt wäre natürlich interessant, wann das Schild aufgehoben wird, damit wir wieder ordnungsgemäß den Elberadweg befahren dürfen.  Da der Elberadweg die Angewohnheit hat selten andere öffentliche Straßen zu kreuzen dauert das ein Weilchen …

Übrigens gibt’s in der Gegenrichtung keine derartigen Schilder auf dem beliebtesten Elberadweg Deutschlands.

 

Nachtrag:

Der Elberadweg führt offiziell nicht mehr dort entlang. Die aktuelle Route wird weiter über die Uferstraße -> Altkötzschenbroda -> Neue Straße -> Kötzschenbrodaer Str. -> Altserkowitz -> Serkowitzer Str. geführt. 

Auf OSM ist es noch falsch dargestellt, auf der Karte der Elberadwegseite ist es richtig eingezeichnet.