Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht

Sinnloser (?) Schutzstreifen für die Zwinglistraße

2 Kommentare

Wie die Stadt Dresden mitteilt, wird seit gestern auf der Zwinglistraße zwischen Comeniusstraße und Stübelallee gebaut. Die Fahrbahn wird verbreitert, um auf der Westseite eine „Radverkehrsanlage“ zu schaffen. Zunächst ist in der Pressemitteilung von einem Radweg die Rede, später von einem Schutzstreifen. Den Unterschied kennen die Pressesprecher mit Sicherheit nicht.
Auch die DNN berichtet über die Baumaßnahmen. Fälschlicherweise wird behauptet, vorher hätte es einen gemeinsamen Geh- und Radweg gegeben, was sich spätestens dann als völliger Blödsinn entpuppt, wenn man sich die Bilder des Artikels ansieht. Dort ist der Weg eindeutig als Gehweg mit Radwegbenutzungsrecht ausgeschildert. Auch eine der Bildunterschriften ist wieder zum Haare raufen. Da wird doch tatsächlich von einer Verbreiterung der Straße gesprochen. Dazu müssten allerdings Gebäude weggerissen werden, weshalb man sich auf die Verbreiterung der Fahrbahn beschränkt.

Der Sinn der ganzen Aktion ist fragwürdig. Wenn es nur ein schmaler Schutzstreifen wird, führt das eher dazu, dass KFZ-Führer geringere Abstände zu Radfahrern halten. Wenn die „Radverkehrsanlage“ rechts der Rechtsabbiegerspur geführt wird, haben wir eine schöne neue Todesfalle auf Dresdens Straßen.

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2 Kommentare zu “Sinnloser (?) Schutzstreifen für die Zwinglistraße

  1. Ich könnte mich zwar auch andauernd über die schlechte Recherche zu den Unterschieden zwischen Radwegen/Schutzstreifen, diverser blauer Schilder und „Fahrräder frei“ aufregen, aber irgendwie kann ich das den Leuten nicht wirklich übel nehmen. Ich blicke da selbst als Radfahrer kaum durch bei dem Schilderchaos. Allein die Logik, wie auf der Könneritzstraße sich Benutzungspflicht und mit Benutzungsrecht scheinbar zufällig abwechseln, erschließt sich mir nicht.

    Statt die Radfahrer wie bei einem Versteckspiel andauernd diese schwachsinnigen blauen Lollis suchen zu lassen, am besten noch nachts halb versteckt hinter einem Baum am rechten Gehwegrand 50m weiter hinter der Kreuzung, sollte man mal die Regeln so vereinfachen, dass auch ein Redakteur oder sogar ein unbedarfter Autofahrer das mal blicken.

    Straßen komplett freigeben zum Beispiel. Ohne Ausnahme. Das öffentlich kommunizieren. Klar erkennbare Radwege anbieten, aber nicht zur Pflicht machen. Denn gute Radwege werden auch so benutzt, ganz ohne Zwang.

    Dann gibt es keinen Streit und keine Unklarheiten, denn mit Radfahrern sollte dann auf „Autostraßen“ immer überall gerechnet werden.

    • In der Pressemeldung der Stadt Dresden ist es ja auch widersprüchlich angegeben. Zumindest die müssen wissen, was sie in Auftrag geben und auch von der Polizei erwarte ich, dass sie den Unterschied kennt. Leider tun sich die immer besonders durch Ahnungslosigkeit hervor.
      Dass man von einer Tageszeitung in Sachen Qualität nichts erwarten kann (wobei die SZ tendenziell schlimmer ist), das ist mir klar.

      Dabei gibt ja klare Regeln.
      §2 Absatz 1 STVO: Fahrzeuge (also auch Fahrräderräder) müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn.
      §45 Absatz 9 STVO […]dürfen insbesondere Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs nur angeordnet werden, wenn auf Grund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der in den vorstehenden Absätzen genannten Rechtsgüter erheblich übersteigt.

      Mit §45 entfällt für fast alle Radwegbenutzungspflichten die Vorraussetzung mit ein paar wenigen Ausnahmen. Leider wird hier durch die entsprechenden Straßenverkehrsbehörden fast durchgängig rechtswidrig gehandelt und man muss klagen, was schon mal vier Jahre in Anspruch nehmen kann.
      Zudem bilden sich die ewiggestrigen Verkehrsplaner immer noch ein, Räder gehören nicht auf Fahrbahnen und planen neue Straßen (also Fahrbahnen + Gehwege) so, dass überhaupt erst besondere örtliche Verhältnisse entstehen, damit sie ihre dämlichen Hochbordradwege rechtfertigen können.

      Das alles führt dazu, dass 85% der Rad- und Autofahrer nicht wissen, wo Radfahrer fahren dürfen. Folgich wird gedrängelt, bedrängt, genötigt und gefährdet. Von Rad- und KFZ-Fahrern. Manchmal hab ich den Eindruck, dass das gewollt ist.

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