Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht

Für grün bitte betteln …

3 Kommentare

Wenn man von der Budapester Straße die Kreuzung an der Nossener Brücke geradeaus queren möchte, um die Chemnitzer Straße zu befahren ist Eigeninitiative gefragt. Hier ein Bild der Kreuzung:

Für grün bitte betteln

Für grün bitte betteln

An der Kreuzung befindet sich eine  für gegen Radfahrer eingestellte Bedarfslichtzeichenanlage. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie auch Bettelampeln bezeichnet.

Sinn dieser Art von Ampelanlage ist es den im Normalfall ununterbrochenen Verkehrsfluss nicht zu stören, wenn es nur sehr wenig querenden Fußgängerverkehr gibt. Es macht also nur an vielbefahrenen Fahrbahnen ohne kreuzenden Fahrbahnverkehr Sinn.

Nun hatten die Planer des STA oder wer auch immer dafür zuständig ist die Idee, dass man den störenden Radverkehr nicht nur von der Fahrbahn verbannen kann, sondern auch freie Fahrt für freie Rechtsabbieger schaffen kann. Also hat man eine Bedarfslichtzeichenalage aufgestellt, die nur nach Aufforderung (also draufdrücken) auch auf grün schaltet.

Interessanterweise wissen das (von mir) geschätzt 50% der haltenden Radfahrer nicht und tun nichts.  25% drücken einfach intuitiv auf den Drücker und der Rest weiß Bescheid.

Folglich kommt es nicht selten dazu, dass Radfahrer an der Ampel auf grün warten. Der KFZ-Verkehr auf der Fahrbahn bekommt grün, aber die Fußgänger-/Radlerampel bleibt rot. Danach passiert es entweder, dass die Radfahrer bei rot die Kreuzung queren (was ich in dem Fall auch nachvollziehen kann) oder dass sie sich verwundert umsehen, den Drücker entdecken, draufdrücken und bis zur nächsten Grünphase warten.

Auch für den fließenden Radverkehr sieht es schlecht aus. Wenn er die Ampel erreicht und niemand vorher gedrückt hat muss er halten, obwohl der parallel verlaufende KFZ-Verkehr grün hat und durchheizt.

 

Das Ganze dient weder zur Wahrung des Verkehrsflusses, denn es ist eine normale Kreuzung mit wechselseitiger Ampelschaltung, noch zur Erhöhung der Sicherheit (von wem auch immer), womit sich die Straßenverkehrsbehörde immer rauszureden versucht.

Es ist ausschließlich ein Mittel, um unerwünschten Rad- und Fußgängerverkehr von der Fahrbahn fernzuhalten, damit Rechtsabbieger ohne „Behinderung“ abbiegen können.

Laut Dietmar Kettler kann auch gegen solche schikanösen Ampelanlagen geklagt werden. Zunächst läuft eine freundliche Anfrage an das Dresdner STA.

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3 Kommentare zu “Für grün bitte betteln …

  1. Gut auf den Punkt gebracht, meine persönliche Hasskreuzung Nummer eins, die ich zweimal täglich nutzen muss, extrem nervig.
    Schlimm finde ich auch, wie es in der Chemnitzer weiter geht, wie man dort auf die Straße geführt wird, mit dem sinnlosen Schutzstreifen, während die Autos von der Kreuzung in irrem Tempo angerast kommen. Kreuzgefährlich.

    Das mit der Klage wusste ich garnicht. Gut dass Du beim STA nachgehakt hast, ich mach das selber auch viel zu wenig, man frisst den Ärger immer nur in sich rein. Da sollten wir alle mehr tun.

    Guter Blog :-)
    VG Christian

  2. Ist solch eine Bettelampeln nicht ein guter Grund, die RWBP dort einfach mal zu ignorieren? Zumal man ja auf der Chemnitzer ohnehin die Fahrbahn zu benutzen hat.
    Ich selbst fahre, wenn ich mal dort bin, meist links von der Budapester in die Nürnberger. Auf der Fahrbahn selbstverständlich, in der Regel ohne Probleme.

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