Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht

Ein Gehweg ist kein Radweg: Neuer Radfahrartikel in der Sächsischen Zeitung

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Die Sächsische Zeitung beglückt uns wieder einmal mit einem Artikel über’s Radfahren. Oder vielmehr einer gewissen Radfahrsituation. Und wieder einmal beweist der verantwortliche Redakteur bzw. in diesem Fall die Redakteurin, dass sie nicht den geringsten Schimmer von der Thematik oder sich auch nur ansatzweise damit beschäftigt hat. Es geht um die Reicker Straße an der Kreuzung zur Cäcilienstraße. Dort wurde vor einigen Wochen ein Radfahrer von einem rechtsabbiegenden LKW überrollt und getötet. Ein „trauriger Klassiker“ bei Unfällen mit Radfahrerbeteiligung. Auf der Reicker Straße befindet sich nicht, wie fälschlicherweise von der SZ behauptet, ein gemeinsamer Geh- und Radweg, sondern ein Gehweg, den Radfahrer befahren dürfen. Schon bei der damaligen Unfallmeldung hatte die SZ diese falsche Behauptung aufgestellt. „Ist durch Zusatzzeichen die Benutzung eines Gehwegs für eine andere Verkehrsart erlaubt, muss diese auf den Fußgängerverkehr Rücksicht nehmen. Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Fahrverkehr warten; er darf nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren.“ Ein Meter Abstand ist da aus meiner Sicht Minimum und selbst das ist auf dem Gehweg problematisch. Radfahrer dürfen dort weder ihre Klingel nutzen, um Fußgänger aus dem Weg zu klingeln, noch dürfen sie entgegen der Fahrtrichtung fahren. Im Zweifelsfall müssen sie absteigen und schieben. Wenn Herr Döring einen Unfall oft nur mit Vollbremsung verhindern konnte, dann verhält er sich hochgradig ordnungswidrig. Das Ganze dient nicht der Schikane von Radfahrern, sondern dem Schutz der Fußgänger, da dies vorrangig ein Gehweg ist. Für Radfahrer ist sinnvollerweise die Fahrbahn (nicht Straße, wie im Artikel behauptet) vorgesehen. Dort wird man nicht von KFZ-Führern „übersehen“, die einen dann beim Rechtsabbiegen überfahren. Die ganze Problematik resultiert in diesem Fall vorrangig aus dem Fehlverhalten der Radfahrer. Ein für Radfahrer freigegebener Gehweg ist nun mal keine Radverkehrsanlage und entsprechend haben sich die Radfahrer zu verhalten, wenn sie die viel sicherere Fahrbahn nicht nutzen möchten. Nachtrag (03.10.14 23:02 Uhr): In Kommentar 19 meldet sich der Interviewpartner Falk Döring selbst zu Wort (zumindest gibt dieser es vor) und bescheinigt Frau Domschke damit ein völliges redaktionelles Versagen.

Liebe Leser, in diesem Artikel sind einige Dinge nicht so geschrieben, wie ich es Frau Domschke erklärte habe. Der größte Fehler ist mein Vorschlag zur Verkehrssicherheit. Ich fordere nicht, die Ampel weiter Richtung Reicker Straße zu versetzen. Ich hatte den Vorschlag gemacht, an der Autoampel eine zusätzliche Ampel für Radfahrer anzubringen. Auch distanziere ich mich davon, dass Unfälle „nur noch mit einer Vollbremsung“ zu verhindern waren. Ja, ich hatte schon einige Meinungsverschiedenheiten mit der Straßenbahn (deshalb meine E-Mail an die DVB), aber eine Vollbremsung musste weder ich noch ein Auto oder eine Straßenbahn machen.

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