Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht

Private Wirtschaftsinteressen wichtiger als fiktive öffentliche Radfahrsicherheit

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Das Thema ist heute die Antonstraße zwischen Albertplatz und Bahnhof Neustadt.
Die Fahrbahn ist größtenteils so breit, dass zwei KFZ nebeneinander fahren können (1 x auf Straßenbahnschienen), sie wird üblicherweise einspurig befahren.
Der Radverkehr wird hier im Normalfall auf einen gemeinsamen Geh- und Radweg abgeschoben.
Das Verkehrsaufkommen schwankt zwischen 11900 und 13600 Fahrzeugen/24h vom Albertplatz zum Neustädter, sowie zwischen 5800 und 7200 Fahrzeugen/24h vom Neustädter zum Albertplatz.

Das Verkehrsaufkommen und die Straßenbeschaffenheit (sehr breite, aber i.d.R. einspurig befahrene Fahrbahn) ist vergleichbar mit dem der Leipziger Str. (Spitzenbelastung 12300 KFZ/24h). Dort gibt es wiederum fast keine getrennte Radverkehrsführung und die Radfahrer dürfen die Fahrbahn nutzen.
Laut Aussage des STA aus dem letzten Beitrag wäre in beiden Fällen die Trennung des Radverkehrs vom KFZ-Verkehr nach ERA 2010 Bild 7 gegeben. Was macht also die Fahrbahn der Antonstraße soviel gefährlicher für den Radverkehr?
Fragen, die nur das Straßen- und Tiefbauamt beantworten kann.

 

Jetzt wird am Albertplatz bereits seit einiger Zeit das Hochhaus saniert. Die Baustelle erstreckt sich noch deutlich weiter. Bauherr ist ein rein privater Investor. Natürlich benötigt die Baustelle Ein- und Ausfahrten. Während diese bei den meisten Baustellen so gestaltet werden, dass Baufahrzeuge beim Kreuzen der Gehwege dem Fußgängerverkehr (und Radverkehr) Vorrang gewähren müssen, hat man sich an der Antonstraße dafür entschieden, den öffentlichen Gehweg komplett zu sperren, um dem privaten Investor „ungehinderten“ Zugang zum Grundstück zu verschaffen.

Zwischen Albertplatz und Turnerweg ist der komplette Gehweg auf der Baustellenseite gesperrt. Fußgänger, die vom Neustädter Bahnhof kommen und den Gehweg auf der Baustellenseite nutzen, werden gezwungen die Fahrbahn ohne Lichtsignalanlage (Ampel) zu queren, um auf der anderen Straßenseite weiterzulaufen.

Auch die Radwegbenutzungspflicht wurde auf diesem Abschnitt aufgehoben. Sogar bis zur Erna-Berger-Str. Plötzlich stellt die Nutzung der Fahrbahn durch Radfahrer innerhalb dieses Abschnittes keine Gefahr mehr dar. Und das  trotz unverändertem Verkehrsaufkommen. Komischerweise ist das nur im Baustellenbereich der Fall. Ab der Erna-Berger-Straße und auf der Gegenseite, mit einem deutlich geringeren Verkehrsaufkommen, bleibt das Befahren der Fahrbahn mit dem Rad kreuzgefährlich, weshalb die Benutzungspflicht aufrecht erhalten wird.

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Beginn der Antonstraße vom Albertplatz Richtung Bahnhof Neustadt

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Kreuzung Turnerweg

 

Selektive Wahrnehmung? Auf einem Auge blind? Eine Gefälligkeit für ein paar Kumpels?

Wer weiß.

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