Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht


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Katastrophenradweg Käthe-Kollwitz-Ufer

Einer meiner „Lieblingsradwege“ ist der gemeinsame Geh- und Radweg am Käthe-Kollwitz-Ufer stadteinwärts zwischen Goetheallee und Waldschlößchenbrücke.
Das ist quasi DAS Negativbeispiel für die vorsätzliche Ignorierung baulicher Mindestvoraussetzungen für Radwege.

Auf dem gesamten Abschnitt wird die Benutzungspflicht mit Zeichen 240 angeordnet. Jetzt sehen wir uns die baulichen Voraussetzungen für einen gemeinsamen Geh- und Radweg einmal an.

VwV-StVO:

[…] er unter Berücksichtigung der gewünschten Verkehrsbedürfnisse ausreichend breit, befestigt und einschließlich einem Sicherheitsraum frei von Hindernissen beschaffen ist. […] Die lichte Breite (befestigter Verkehrsraum mit Sicherheitsraum) soll in der Regel dabei durchgehend betragen:

[…]

20 bb) Zeichen 240
– gemeinsamer Fuß- und Radweg

innerorts

mindestens 2,50 m

 

Nun ein paar Bilder der Realität:

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Beginn

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Ich denke man sieht auch ohne nachzumessen, dass die Kriterien nicht einmal ansatzweise erfüllt werden. Übrigens habe ich nicht kurz nach einem Regenguss fotografiert, sondern zwei Tage danach.

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STA antwortet auf Widerspruch zur RWBP auf der Weißeritzstraße

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Antwortschreiben des STA Dresden

Mittlerweile hat das Straßen- und Tiefbauamt auf meinen informellen Widerspruch reagiert. Erwartungsgemäß lehnen sie eine Aufhebung ab und argumentieren vorrangig mit dem Verkehrsaufkommen auf dem Abschnitt zwischen Magdeburger Straße und Friedrichstraße. Die anderen Abschnitte werden gleich völlig ignoriert.

Seltsamerweise kommt auf den Abschnitten ohne Benutzungspflicht zwischen Magdeburger Straße und Ostra-Ufer laut Themenstadtplan (Danke an Jens für den Hinweis) teilweise deutlich mehr Verkehr auf, als auf den benutzungspflichtigen Abschnitten.

Auf meine Argumente sind sie überhaupt nicht eingegangen. Aber immerhin haben sie erkannt, dass der bauliche Zustand des gemeinsamen Geh- und Radweges „nicht optimal“ ist. Dass sich daran etwas ändert glaube ich aber nicht.

 


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Neuigkeiten zur Schikaneampel Budapester/Nürnberger/Nossener Brücke

Wie erwähnt, hatte ich das STA kontaktiert, um zu erfahren, auf welcher rechtlichen Grundlage die Benachteiligung der Radfahrer (und Fußgänger), bzw. die Bevorzugung des KFZ-Verkehr an der Ampel erfolgt.
Nun kam endlich eine Antwort:

[…]

die LSA Nürnberger Straße/Budapester Straße wird mit einer
verkehrsabhängigen Steuerung betrieben. Das heißt, alle Verkehrsarten
fordern sich mittels Taster oder Induktionsschleife ihre Freigabe an oder
verlängern diese. So auch im Fall der Fußgänger über die Nossener Brücke.

Ihrem Hinweis folgend, wurde die Steuerung mit dem derzeitigen
Verkehrsaufkommen abgeglichen. Im Ergebnis dieser Prüfung teile ich Ihnen
mit, dass bei der nächsten Steuerungsanpassung der Fußgänger über die
Nossener Brücke sowie über die Nürnberger Straße eine parallele Freigabe
zu Kfz-Verkehr im Zuge der Budapester Straße bzw. Chemnitzer Straße
erhalten wird.

Mit freundlichen Grüßen

Auch wenn die verkehrsabhängige Steuerung alle Verkehrsteilnehmer mit einbeziehen mag, so werden dennoch grundsätzlich Radfahrer und Fußgänger benachteiligt. Von deren Seite ist nämlich eine aktive Anforderung nötig (was der Großteil nicht weiß), während der KFZ-Verkehr sich nur an die Haltelinie stellen muss. Dass eine Verlängerung der Grünphase für Fußgänger mittels des Tasters möglich ist, bezweifle ich.
Nun freut es mich natürlich, dass man ein Einsehen hatte und die Grünphasen der Fußgänger und Radfahrer parallel zu denen des KFZ-Verkehrs freigeben möchte. Stutzig macht mich allerdings, dass kein konkreter Zeitpunkt genannt wird. Die nächste (planmäßige?) Steuerungsanpassung kann auch in fünf Jahren erfolgen.
Ich bleibe dran.