Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht


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Petition gegen Falschparker

Mittlerweile ist es zwar in aller Munde, aber man kann ja nicht oft genug darauf hinweisen.

Heinrich Stößenreuther von der Initiative Clevere Städte hat eine Petition initiiert, um das Verkehrsministerium davon zu überzeugen, das ordnungswidrige Abstellen von Kraftfahrzeugen mit einem deutlich höherem Bußgeld zu ahnden.

Leider gilt das Falschparken in Deutschland als Kavaliersdelikt und wird auch so geahndet, aber besonders in Städten werden Fußgänger und Radfahrer durch unsoziale Fahrzeuglenker zunehmend behindert und gefährdet. Um jedem noch so kleinen Meter Weg zu sparen werden Fahrzeuge mit Vorsatz und teilweise krimineller Energie (Beleidigungen und Drohungen, wenn man Falschparker drauf anspricht) auf Gehwegen, Schutzstreifen, Radfahrstreifen und Behindertenparkplätzen abgestellt.

Auf DDimWeg wird ein Bruchteil der täglichen Ordungswidrigkeiten dokumentiert und es nimmt kein Ende.

Zu befürchten haben diese rücksichtslosen Gefährder in der Regel nichts, da das Ordnungsamt zu wenig oder gar nicht kontrolliert. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass doch mal ein Knöllchen ausgestellt wurde fällt das Bußgeld mit 20€ lächerlich niedrig aus.

 

Wer davon auch genug hat, der möge bitte jetzt unterschreiben.

 

Vielen Dank!

 

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Baustellen der Woche (oder des Monats, Jahres …)

Auf meinen täglichen Wegen begegnen mir immer mal wieder interessante Baustellen. Besonders was die Führung des Radverkehrs und dessen Beschilderung angeht, muss man an einigen Baustellen doch etwas länger überlegen, was gemeint ist bzw. was man sich dort (nicht) gedacht hat.

 

Nummer eins befindet sich auf der Löbtauer Straße:

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Baustelle Löbtauer Straße

In der Praxis völlig unproblematisch. Entweder man fährt rechts auf dem verbliebenem Stück Radfahrstreifen vorbei oder man fährt links vorbei, wie (vermutlich) vorgesehen.
In der Theorie ist die Baustellenbeschilderung ein wahrscheinlich rechtswidriges Gebilde.

Den Radfahrstreifen gibt es, weil laut Verkehrsbehörde das Radfahren auf der Fahrbahn ohne Radfahrmarkierungen zu gefährlich sei. Nun wurde die Benutzungspflicht an der vorherigen Kreuzung aufgehoben, was aus dem Radfahrstreifen einen Seitenstreifen macht. Ab dort nutzen also Radfahrer regulär die Fahrbahn, es gibt keinen Sonderweg. Das heißt also, dass die Gefährdung der Radfahrer auf der Fahrbahn plötzlich nicht mehr vorhanden ist. Und das obwohl sich Radfahrer auf knappen 15 Metern nach links in den fließenden Verkehr einordnen müssen.

Damit entfällt die Grundlage für die Benutzungspflicht der kompletten Radfahrstreifen in beiden Richtungen. Baustellen machen’s möglich. Aber das kennen wir ja von der Antonstraße.

 

Interessanter finde ich die Baustelle auf der Freiberger Straße:

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Baustelle Freiberger Str. (am Schwimmbad)

Dieg0 fragte mich gestern, ob ich was mit der Beschilderung (Radweg Ende) zu tun hätte. Nein, habe ich nicht. ;)

Das Schild steht aber schon ein paar Tage länger. Jetzt fragt man sich natürlich, warum das Schild aufgestellt wurde, obwohl der Radfahrstreifen problemlos befahren werden kann. Ich habe eine Weile gegrübelt und habe nur eine Erklärung dafür. Durch die Baustelle kann man den Gehweg nicht nutzen. Ersatzweise wird dieser über die Parkbuchten geführt. Nun können dort natürlich keine Autos mehr parken. Was macht man? Man hebt die Benutzungspflicht des Radfahrstreifens auf. Damit ist das nur noch ein Seitenstreifen und nun dürfen Autos drauf parken!

Ein sehr cleverer Schachzug, auch wenn ich bisher keinen Autofahrer gesehen habe, der die Möglichkeit erkannt (!) und genutzt hat. Wenn jemand eine andere Erklärung hat, bitte melden!

 

Nachtrag vom 17.01.15

Stefan Lüders wies mich darauf hin, dass meine Annahme nicht ganz korrekt ist. Seinem Hinweis folgend entdeckte ich an besagter Stelle tatsächlich Halteverbotsschilder, die sich auf den Seitenstreifen beziehen. Die habe ich vorher wohl übersehen©.

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Damit hat diego scheinbar Recht und das STA hat erstaunlicherweise im Sinne der Radfahrer ausgeschildert. Ich danke Stefan Lüders für den Hinweis und entschuldige mich beim STA für meine „implizierte Radlerfeindlichkeit“.

 

 

An und auf der Flügelwegbrücke gibt’s zur Zeit zwar keine Baustelle, aber die Beschilderung ist auch hier bemerkenswert. Von M_Net erreichten mich die folgenden Bilder:

Flügelweg - 1

Flügelweg / Foto von M_Net

Flügelwegbrücke - Foto von M_Net

Flügelwegbrücke / Foto von M_Net

Flügelwegbrücke / Foto von M_Net

Flügelwegbrücke / Foto von M_Net

Die Beschilderung (beim dritten Bild das mittlere) ist um 180° verdreht. Und das mindestens seit dem Sommer. Bisher fiel das offensichtlich keinem Vertreter der Stadt auf, wobei ich mich frage, wie so etwas passieren kann. Man sollte meinen, dass die Beschilderung so angebracht ist, dass man sie nicht manipulieren kann.

 

Das Beste kommt zum Schluss (auch ein Hinweis von M_Net):

Fritz-Foerster-Platz

Fritz-Foerster-Platz – Haltestellenhäuschen auf dem Radweg – Foto von M_Net

Der Fritz-Förster-Platz ist ja bekanntermaßen ein planerischer Totalausfall für Radfahrer, aber dass auch hier ein Wartehäuschen auf dem Radweg steht, ist mir bisher entgangen. Das ist eine Stelle, an der alles, was einem Radfahrer Schlechtes widerfahren kann, zusammenkommt: Hochbordradweg, Zweirichtungsradweg, Haltestelle, Pflaster, sichtbehindernde Hindernisse und Studenten ( ;) ).

 

Vielleicht finde ich neben den „weihnachtlichen Verpflichtungen“ etwas Zeit, um das STA mit ein paar Zeilen zu erfreuen. :)


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Der ADFC Dresden

Ich war ja noch nie ein großer Freund der Dresdner Ortsgruppe des ADFC. Die Ursache dafür liegt hauptsächlich in der bisherigen schlechten Öffentlichkeitsarbeit des ADFC. In diversen Printmedien las man immer nur „Der ADFC fordert …“, „Der ADFC bemängelt …“ oder „Der ADFC bedauert …“ und auch auf der Internetpräsenz des Vereins waren die spärlichen Meldungen von geringem Interesse. Aktuelle Informationen über konkrete Maßnahmen des ADFC zur Verbesserung der zahlreichen Radverkehrsprobleme in Dresden fand man kaum bis gar nicht.

Auch eine Anfrage meinerseits über das Kontaktformular blieb unbeantwortet, was mein Bild nicht besserte.

Ich nutze zwar gern die Mängelmeldungsformulare der ADFC-Seite, die dann an die Verwaltung weitergeleitet werden, aber der Eindruck des ADFC als intransparenter Bürokratenverein blieb lange Zeit bestehen.

Mittlerweile konnte ich mich mit einem freundlichen ADFC-Mitglied austauschen, welches mir deutlich gemacht hat, dass der ADFC sogar recht aktiv ist. Am besten finde ich die seit einigen Tagen zugängliche Karte der Erfolge und Aktivitäten. Ein schönes „Spielzeug“, in dem man immer mal wieder stöbern kann.

So sehe ich den ADFC nun wesentlich positiver. Ein wichtiger Schritt in Sachen Transparenz ist getan. Das Thema (Verbesserung der) Öffentlichkeitsarbeit wird hoffentlich weiter konstruktiv verfolgt.