Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht


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Von Radbügeln und Parkplätzen

Neulich entdeckte ich auf der Gröbelstraße an der Kesselsdorfer zu meiner Überraschung neue Radbügel.

Neue Radbügel auf der Gröbelstraße

Neue Radbügel auf der Gröbelstraße

Üblicherweise werden Radbügel von der Stadt Dresden ersatzlos gestrichen, wie auf der Seestraße oder für den Striezelmarkt demontiert, damit man noch mehr Hütten dort hinpflanzen kann, die ihr fettiges Essen verkaufen wollen.

Umso größer war die Freude über die Radbügel.

Ich hatte mich letztens bei Frau Ludwig (fahrradverkehr@dresden.de) erkundigt, an wen ich mich wenden muss, wenn ich gern an einem bestimmten Ort Radbügel aufgestellt haben möchte. Mir fallen regelmäßig Orte auf, an denen einfach keine sicheren Radabstellanlagen vorhanden sind und so müssen in der Regel Zäune oder Verkehrsschildmasten herhalten.

Frau Ludwig antwortete, dass sie die für die Prüfung und Planung verantwortlich sei. Wer also Vorschläge für geeignete Standorte hat, der schickt sie bitte an Frau Ludwig. Sofern der Vorschlag angenommen wird, darf zwar nicht mit zeitnaher Umsetzung gerechnet werden, die Mühlen der Dresdner Verwaltung drehen sich in Sachen Radverkehr fast rückwärts, aber besser als nichts ist es immerhin.

Dass besonders das Radparken in Dresden vernachlässigt wird, sieht man an aktuellen und abgeschlossenen Bauvorhaben. Auf dem neuen Koreanischen Platz an der Ecke Weißeritzstraße / Friedrichstraße entstanden gerade einmal drei Radbügel. Die neuen Parkplätze für KFZ, das Dümmste, was man mitten in der Stadt bauen kann, nehmen den größten Teil des Platzes ein.

Der restliche Platz bietet zwei Sitzbänke und ein Paar Bäumchen, umrahmt von zwei Hautverkehrsstraßen. Das lädt zum Verweilen ein.

Vorher war das Grundstück übrigens der Domäneparkplatz, dann eine versiegelte Brache und nun ein versiegelter Parkplatz mit ein paar Alibibäumen. Das ist die moderne Dresdner Stadtplanung von heute.

koreanischer_platz

Drei Radbügel auf dem Koreanischen Platz

Zur Zeit wird die Stechgrundstraße auf dem Weißen Hirsch saniert. Parkbuchten wurden angelegt, aber Radbügel? Fehlanzeige! Die Kreuzung Bautzner Str. / Stechgrundstraße ist ein idealer Aufstellort, aber da gibt es weit und breit keinen einzigen öffentlichen Bügel. Am Wochenende standen dort mehr ordnungsgemäß angestellte Fahrräder (gezwungenermaßen alle an Lampenmasten befestigt), als KFZ. Letztere standen fast alle ordnungswidrig auf dem Gehweg.

Verkehrsplanung wie im Mittelalter.

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Bettelampel Nossener Brücke – endlich geht’s weiter

Nachdem ich nun schon einige male nachhaken musste, wann die Bettelampel an der Nossener Brücke endlich umgestellt wird, bekam ich heute endlich eine Antwort.

Der städtische Investitionshaushalt sei seit einigen Tagen freigegeben worden und somit konnte die Umstellung in Auftrag gegeben werden. Zusätzlich werden noch Tonsignale installiert (für Sehbehinderte nehme ich an). Mit der Realisierung wird im 2. Quartal des Jahres gerechnet.

Es ist immerhin positiv, dass sich überhaupt etwas tut, aber dass das erst 6 Monate (bis jetzt) nach meiner „Anregung“ passiert, zeigt mal wieder welchen Stellenwert der Radverkehr in Dresden hat.


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Luft im 26er Ring darf die Luft wieder verpestet werden

Dank des Luftreinhalteplans der Landeshauptstadt Dresden entstehen im 26er Ring über 100 weitere Parkplätze.

Das ist die wirklich bahnbrechende Logik der Dresdner Verwaltung. Den Luftreinhalteplan kann man sich hier ansehen.

Da zeigen die läppischen Maßnahmen des Luftreinhalteplanes bezüglich der Einschränkung des MIV in der Innenstadt, sprich eines Hauptverursachers des Luftverschmutzung, etwas Wirkung und schon denkt man, dass das reicht und lockt neue Umweltverpester mit Parkplätzen in die Stadt. Es passiert ja eh nichts, wenn die Grenzwerte wieder überschritten werden.

Das ist so, als würde ich eine Woche nach dem Bruch meiner Hand wieder boxen. Oder vier Wochen nach einem Kreuzbandriss wieder Fußball spielen. Oder … oder … oder …