Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht

Auto-Rowdys gefährden sich und andere

3 Kommentare

In Anlehnung an die Warnung der Polizei vor Fahrrad-Rowdys habe ich einen Vorschlag für die Polizei entworfen, um vor der zunehmenden Zahl an KFZ-Rowdys zu warnen. Der Text enthält satirische Elemente.

Die Anzahl der Kraftfahrer steigt stetig – an sich ein negativer Trend. Das Problem: Die so genannten Auto-Rowdys unter ihnen halten sich nur ungern an die Verkehrsregeln. Sie fahren viel zu schnell, auf Radwegen oder auf dem Bürgersteig. Dieses rücksichtslose Verhalten gefährdet nicht nur die Autofahrer selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.

„Gerade letzte Woche ist ein Autofahrer mit schnellem Tempo auf dem Rechtsabbiegerstreifen gefahren. Das kleine Kind, das auf dem Radfahrsreifen rechts daneben geradeausfuhr, hatte er zu spät gesehen und konnte beim Abbiegen nicht mehr bremsen. Das Kind wurde umgefahren und dabei schwer verletzt“, berichtet Polizeioberkommissar Ignoran Z., Verkehrspolizist bei der Polizei. Vorfälle wie dieser geschehen immer häufiger. „Meist geht es den Leuten darum, Zeit zu sparen, weil sie im Stress oder spät dran sind. Sie machen sich dabei keine Gedanken darüber, dass ihr rücksichtsloses und egoistisches Verhalten sie selbst und andere gefährdet“, so die Erfahrungen des Experten.

Neben dem Fahren und Parken auf dem Radweg und Bürgersteig gehören auch das Fahren über eine rote Ampel, das Abbiegen ohne zu blinken oder das Abbiegen ohne Blick in den Rückspiegel und Schulterblick zu den häufigsten Verstößen. „Außerdem kommt es zu Beleidigungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen“, so Ignoran Z. Die Gründe für das gefährliche Verhalten sieht der Polizist vor allem in fehlendem Unrechtsbewusstsein, Bequemlichkeit und mangelnder Einsicht. Viele Autofahrer scheinen das Auto nicht als Verkehrsmittel wahrzunehmen, mit dem man sich an bestimmte Regeln halten muss – wie jeder andere Verkehrsteilnehmer auch. „Mit dem Auto ist man immer der Stärkere, man kann sich überall daneben benehmen, das interessiert niemanden. Viele sind einfach der Meinung: ‚Ich habe es eilig, wieso kann ich hier nicht stehenbleiben? Ich habe doch den Überblick, was soll da schon passieren?‘“, weiß der Polizist. Während ihrer Kontrollen stoßen die Beamten bei den Autofahrern daher oft auf Unverständnis.

Alkoholisiert auf vier Rädern

Besonders problematisch ist eine aggressive Fahrweise, wenn zusätzlich Alkohol im Spiel ist. „Vergangene Woche hatten wir zwei alkoholisierte Autofahrer mit 1,9 beziehungsweise 2,6 Promille im Blut, die sich in die Quere gekommen sind. Der eine hat den anderen dann aus Wut von der Fahrbahn gedrängt – beide wurden dabei verletzt“, so Ignoran Z. Die Promillegrenze bei Autofahrern darf 0,5 Promille nicht überschreiten. Viele Fahrer können diese Grenze jedoch nicht einschätzen und setzen sich volltrunken an’s Steuer. „Dabei kann man bereits ab 0,3 Promille Ausfallerscheinungen haben und kann nicht mehr so schnell reagieren“, weiß der Experte. Viele machten sich einfach nicht bewusst, dass man auch als Autofahrer verkehrsuntüchtig sein kann. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) setzt sich daher fragwürdigerweise nicht für eine Senkung der Promillegrenze für Autofahrer ein. „Der Spaß hört da auf, wo Verkehrsteilnehmer nicht mehr in der Lage sind, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. Das ist beim Autofahren nicht anders als beim Radfahren“, so Emil Krähe, möglicherweise ehemaliger irgendwas der GdP. Deshalb fragt sich die GdP, wann die Empfehlung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats kommt, die Grenze zur Fahruntüchtigkeit bei Autofahrern auf 0,0 Promille zu senken. Gleichzeitig macht sich die GdP für zusätzliche Verkehrskontrollen stark, um Verstöße besser ahnden zu können. Auch im Hinblick auf die immer weiter verbreiteten Hausfrauenpanzer sei dies eine Maßnahme, um gegen aggressives Fahren vorzugehen.

Prävention und Repression gegen Rowdytum

Die Polizei geht sowohl präventiv als auch repressiv gegen Auto-Rowdys vor. „Die Prävention beginnt ja schon in den Kindergärten und Schulen mit der Verkehrserziehung. Außerdem sind die Verkehrsbeamten vermehrt auf Automärkten und ähnlichen Veranstaltungen unterwegs und leisten dort Aufklärungsarbeit“, so Ignoran Z. „Wir versuchen, deutlich zu machen, dass man auch als Autofahrer Verantwortung für sich und andere trägt. Und dass man nicht zuletzt auch Vorbild für die Kinder ist. Man selbst möchte ja auch nicht, dass das eigene Kind später bei Rot über eine Ampel fährt, nur weil es das bei einem Erwachsenen gesehen hat.“ Aber auch regelmäßige Kontrollen seien wichtig. Besonders im Sommer seien die Verkehrsstreifen der Polizei unterwegs. „Es ist ja auch nicht so, dass man alle Autofahrer über einen Kamm scheren kann. Die meisten Autofahrer halten sich an die Verkehrsregeln. Aber wenn es zu Verstößen kommt, werden Bußgelder verhängt, es gibt Punkte in Flensburg oder es kommt zum Führerscheinentzug“, erklärt der Verkehrspolizist.

Im Jahr 2011 gab es rund 3.600 Aggressionsdelikte im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Köln. Das macht im Schnitt zehn am Tag – und das sind nur die, die zur Anzeige gebracht werden. „Hier geht es nicht nur um die Autofahrer. Die Zahlen zeigen, dass bei allen Verkehrsteilnehmern ein gewisses Aggressionspotenzial vorhanden ist. Die gegenseitige Rücksichtnahme geht in unserer Gesellschaft immer mehr verloren. So kann eine sichere Verkehrsteilnahme aber nicht funktionieren – jeder einzelne muss durch sein Verhalten dazu beitragen“, so Ignoran Z.

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3 Kommentare zu “Auto-Rowdys gefährden sich und andere

  1. „Die Anzahl der Kraftfahrer steigt stetig – an sich ein negativer Trend.“ =)

  2. Nur 3600 zur Anzeige gebrachte Aggressionsdelikte seitens der Autofahrer? Das halte ich für maßlos untertrieben. ^^

  3. Mal ein kleines Beispiel: ich fahre auf der Hohen Straße. Kommt ein Auto von links (es war der Hermesversand) aus der Bamberger Straße mit etwa 60 Km/h (Zone 30) und überfährt mich fast beinahe zu Tote. Als ich den Autofahrer auf sein Verhalten angesprochen habe, hat er mir postwendend Prügel angedroht. Verkehrte Welt eben. Leider musste ich auch mit ansehen, wie es in dieser Woche ein Fahrradfahrer auf der Budapester Straße erwischt hat. Obwohl dort alle Radwege mit dicker roter Farbe pepinselt waren, hat ihn der Autofahrer nicht gesehen!

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