Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht

Leitbaken

Ein Kommentar

Heute mal eher ein Thema für Fußgänger. Es geht um Leitbaken, die rot-weiß gestreiften Kunststoffhindernisse, deren ordnungsgemäße Aufstellung die ausführenden Bauunternehmen und das STA regelmäßig überfordert.

Im Stadtgebiet trifft man die Dinger vorzugsweise auf Gehwegen, insbesondere in Kombination mit dilettantisch abgesicherten Baustellen an. Oft werden sie aber auch nur auf Löcher oder Verwerfungen in Gehwegen gestellt. Das erspart die Reparatur.

Nun ist es allerdings so, dass nach Leitbaken gemäß RSA 95 grundsätzlich nicht zur Verkehrsführung oder Arbeitsstellensicherung auf Geh- und Radwegen eingesetzt werden dürfen. Die Realität, und daran trägt unser liebes Straßen- und Tiefbauamt eine erhebliche Mitschuld (sprich Duldung), sieht anders aus.

 

Gröbelstraße

Gröbelstraße – ? – unzulässig

 

Mir gingen ja besonders die Leitbaken auf der Gröbelstraße auf die Nerven. Ohne ersichtlichen Grund engten sie den Gehweg ein. Sie befanden sich gegenüber der Ausfahrt des Busparkplatzes. Da diese mit ihren Bussen beim ausfahren in den Verkehrsraum des Gehwegs eindringen und dabei nicht besonders zimperlich sind, sollten auf diese Weise vermutlich Fußgänger vom Gehwegrand ferngehalten werden, damit die Busfahrer weiter ohne besondere Rücksicht um die Kurve fahren können.

Zunächst korrigierte ich den Aufstellort der Baken, indem ich sie auf die Fahrbahn schob. Leider standen diese aber wenige Tage später wieder auf dem Gehweg. Im Zuge des Baustellenartikels stieß ich dann auf die Passage in der RSA 95 und forderte das STA auf, die Entfernung der Leitbaken zu veranlassen. Ich hatte ja mit dem üblichen Beschwichtigungsblabla gerechnet, aber wenige Tage danach waren die Leitbaken wirklich weg.

 

Wenn euch also auch mal welche von den Dingern auf dem Gehweg stören, dann teilt den Spezis vom STA (erstmal) freundlich mit, sie mögen sich um die Entfernung kümmern. Der ahnungslose inflationäre Einsatz bietet da viel Spielraum.

 

Burgkstraße

Burgkstraße – kaputter Gehweg – unzulässig

 

20151212_134705.jpg

„Baustellenabsicherung“ durch Telekomiker – unzulässig

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Ein Kommentar zu “Leitbaken

  1. Sehr interessant, danke für den Beitrag. Jetzt weiß ich auch endlich das ich Leitbaken gefahrlos auf die Fahrban verschieben darf, falls diese mal wieder auf dem Geh- oder Radweg rumstehen. Denn ganz offensichtlich wurden diese ja irrtümlicherweise falsch aufgestellt.

    Jetzt habe ich doch tatsächlich mal ein wenig in der RSA rumgelesen und bin auf weiteres Interessantes (zumindestens für mich) gestoßen:
    Teil B 2.4.0 (3): „(3) Muß aus Sicherheitsgründen das Radfahren untersagt werden (z.B. bei der Überwindung von Hindernissen wie Brücken, Absätzen usw.), so muß je nach örtlicher Situation Zeichen 237 mit Zusatzeichen 1012-31, 239 oder 254 aufgestellt werden.“
    Das Zeichen 237 mit Zusatzeichen 1012-31 ist Radweg, Radfahrer absteigen. Die rechtliche Bedeutung dieser Schilderkombination ist ziemlich umstritten (http://bernd.sluka.de/Radfahren/absteigen.html), ich bin etwas überrascht, dass so etwas in der RSA steht. Ich dachte immer das stellen die jeweiligen Verantwortlichen immer nach Lust und Laune auf. Aber mit dieser absurden Beschilderung halten die sich tatsächlich an die RSA…

    Unter Punkt 2.4.1 werden Mindestbreiten benannt, welche selbst bei beengten Verhältnissen in Baustellen nicht unterschritten werden sollten. Für gemeinsame Geh- und Radwege sind das 1,6 m (für Gehwege 1 m, für Radwege 0,8 m); da fallen mir durchaus Beispiele ein, wo das nicht erfüllt war.

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