Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht


Ein Kommentar

Rund um den Ebertplatz tut sich was

Voller erstaunen konnte ich heute beobachten, wie sich ein Mitarbeiter am Radwegsschild der Weißeritzbrücke (Freiberger Str. stadteinwärts) zu schaffen machte. Als ich dann später wieder vorbei fuhr konnte ich erfreulicherweise feststellen, dass sowohl die Radwegbenutzungspflicht über die Brücke stadteinwärts als auch auf dem kleinen Stück zwischen Ebertplatz und Saxoniastraße aufgehoben wurde.

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Abgeschaffte Benutzungspflicht Weißeritzbrücke

Freiberger Straße

Abgeschaffte Benutzungspflicht Freiberger Straße

 

Die Benutzungspflicht über die Brücke (stadteinwärts) sollte im Zuge des Umbaus der Kreuzung (Zentralhaltestelle) sowieso abgeschafft werden. In diesem Zusammenhang verwundert es, dass das STA schon vorher tätig wird. Vielleicht hat aber auch jemand der Benutzungspflicht widersprochen.

Die Aufhebung der Benutzungspflicht auf der Freiberger war Bestandteil meines Antrags auf Aufhebung der Gehwegbenutzungspflichten auf der gesammten Freiberger Straße. Immerhin wurde jetzt ein Teil davon umgesetzt.

 

In unmittelbarer Nähe passiert momentan noch mehr.

Zufahrt Nossener Brücke

Zufahrt Nossener Brücke

An der Kreuzung Nossener Brücke / Oederaner Straße wird ein bisschen gebaut. Der Radweg ist gesperrt, die „Umleitung“ wie üblich völlig dilettantisch umgesetzt.

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Kreuzung Nossener Brücke / Oederaner Straße

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Kreuzung Nossener Brücke / Oederaner Straße

 

Meine erste Vermutung war, dass endlich die rechtswidrige Radwegbenutzungspflicht auf diesem Abschnitt aufgehoben wird. Bei dem bisherigen Baufortschritt würde alles andere keinen Sinn ergeben, aber wer weiß, bei den ahnungslosen Gestalten im Stadtplanungsamt muss man mit Allem rechnen.

 

Hoffen wir das Beste.

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RWBP Freiberger Straße – Antwort vom STA

Nachdem ich im Oktober Antrag auf Aufhebung der RWBP auf verschiedenen Abschnitten der Freiberger Straße gestellt hatte, erhielt ich nun die Antwort auf mein Schreiben.

Auf dem Abschnitt zwischen Ebertplatz und Saxoniastraße (stadteinwärts) ist sich die Stadtverwaltung der „für den Radverkehr nicht zufriedenstellenden Situation“ bewusst. Im Bereich Ebertplatz soll die Steuerung der Ampel so angepasst werden, dass Radfahrer auf der Fahrbahn berücksichtigt werden. Welche der Ampeln gemeint ist, geht aus der Situation nicht hervor, denn für die Radwegbenutzungspflicht auf dem genannten Abschnitt ist die Ampel völlig irrelevant. Dennoch freut es mich, dass eine Aufhebung geplant ist. Wie üblich gibt es keinen Termin oder einen Umsetzungszeitraum, aber die „verkehrsrechtliche Anordnung“ dafür wurde bereits erlassen. Das lässt zumindest hoffen, dass innerhalb von sechs Monaten etwas passiert.

Das war’s leider schon mit den guten Neuigkeiten.
Für den Abschnitt zwischen Papiermühlengasse und Ammonstraße (stadteinwärts) sowie zwischen Maternisstraße und Bauhofstraße (stadtauswärts) wurde keine Entscheidung getroffen, da die „komplexe Situation“ einer „tiefgründigen Bewertung“ bedarf.
Dies erscheint mir eher als Ausrede, um die dreimonatige Frist zur Entscheidung meines Antrages zu umgehen und eine Untätigkeitsklage zu vermeiden. Die rechtliche Situation ist klar. Da auf keinem der genannten Abschnitte eine erhöhte Gefahrenlage für Radfahrer auf der Fahrbahn besteht (zudem ist das Verkehrsaufkommen sehr gering), erfolgte die Anordnung der Benutzungspflicht widerrechtlich. Erschwerend kommt hinzu, dass die mangelhafte Gestaltung der Radverkehrsanlagen dazu führt, dass Radfahrer deutlich mehr gefährdet (rechtsabbiegende KFZ, Fußgänger) und behindert (sich gegenseitig behindernde Radfahrer, die an Ampeln warten) werden.

Ich bleibe dran.


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Baustellen der Woche (oder des Monats, Jahres …)

Auf meinen täglichen Wegen begegnen mir immer mal wieder interessante Baustellen. Besonders was die Führung des Radverkehrs und dessen Beschilderung angeht, muss man an einigen Baustellen doch etwas länger überlegen, was gemeint ist bzw. was man sich dort (nicht) gedacht hat.

 

Nummer eins befindet sich auf der Löbtauer Straße:

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Baustelle Löbtauer Straße

In der Praxis völlig unproblematisch. Entweder man fährt rechts auf dem verbliebenem Stück Radfahrstreifen vorbei oder man fährt links vorbei, wie (vermutlich) vorgesehen.
In der Theorie ist die Baustellenbeschilderung ein wahrscheinlich rechtswidriges Gebilde.

Den Radfahrstreifen gibt es, weil laut Verkehrsbehörde das Radfahren auf der Fahrbahn ohne Radfahrmarkierungen zu gefährlich sei. Nun wurde die Benutzungspflicht an der vorherigen Kreuzung aufgehoben, was aus dem Radfahrstreifen einen Seitenstreifen macht. Ab dort nutzen also Radfahrer regulär die Fahrbahn, es gibt keinen Sonderweg. Das heißt also, dass die Gefährdung der Radfahrer auf der Fahrbahn plötzlich nicht mehr vorhanden ist. Und das obwohl sich Radfahrer auf knappen 15 Metern nach links in den fließenden Verkehr einordnen müssen.

Damit entfällt die Grundlage für die Benutzungspflicht der kompletten Radfahrstreifen in beiden Richtungen. Baustellen machen’s möglich. Aber das kennen wir ja von der Antonstraße.

 

Interessanter finde ich die Baustelle auf der Freiberger Straße:

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Baustelle Freiberger Str. (am Schwimmbad)

Dieg0 fragte mich gestern, ob ich was mit der Beschilderung (Radweg Ende) zu tun hätte. Nein, habe ich nicht. ;)

Das Schild steht aber schon ein paar Tage länger. Jetzt fragt man sich natürlich, warum das Schild aufgestellt wurde, obwohl der Radfahrstreifen problemlos befahren werden kann. Ich habe eine Weile gegrübelt und habe nur eine Erklärung dafür. Durch die Baustelle kann man den Gehweg nicht nutzen. Ersatzweise wird dieser über die Parkbuchten geführt. Nun können dort natürlich keine Autos mehr parken. Was macht man? Man hebt die Benutzungspflicht des Radfahrstreifens auf. Damit ist das nur noch ein Seitenstreifen und nun dürfen Autos drauf parken!

Ein sehr cleverer Schachzug, auch wenn ich bisher keinen Autofahrer gesehen habe, der die Möglichkeit erkannt (!) und genutzt hat. Wenn jemand eine andere Erklärung hat, bitte melden!

 

Nachtrag vom 17.01.15

Stefan Lüders wies mich darauf hin, dass meine Annahme nicht ganz korrekt ist. Seinem Hinweis folgend entdeckte ich an besagter Stelle tatsächlich Halteverbotsschilder, die sich auf den Seitenstreifen beziehen. Die habe ich vorher wohl übersehen©.

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Damit hat diego scheinbar Recht und das STA hat erstaunlicherweise im Sinne der Radfahrer ausgeschildert. Ich danke Stefan Lüders für den Hinweis und entschuldige mich beim STA für meine „implizierte Radlerfeindlichkeit“.

 

 

An und auf der Flügelwegbrücke gibt’s zur Zeit zwar keine Baustelle, aber die Beschilderung ist auch hier bemerkenswert. Von M_Net erreichten mich die folgenden Bilder:

Flügelweg - 1

Flügelweg / Foto von M_Net

Flügelwegbrücke - Foto von M_Net

Flügelwegbrücke / Foto von M_Net

Flügelwegbrücke / Foto von M_Net

Flügelwegbrücke / Foto von M_Net

Die Beschilderung (beim dritten Bild das mittlere) ist um 180° verdreht. Und das mindestens seit dem Sommer. Bisher fiel das offensichtlich keinem Vertreter der Stadt auf, wobei ich mich frage, wie so etwas passieren kann. Man sollte meinen, dass die Beschilderung so angebracht ist, dass man sie nicht manipulieren kann.

 

Das Beste kommt zum Schluss (auch ein Hinweis von M_Net):

Fritz-Foerster-Platz

Fritz-Foerster-Platz – Haltestellenhäuschen auf dem Radweg – Foto von M_Net

Der Fritz-Förster-Platz ist ja bekanntermaßen ein planerischer Totalausfall für Radfahrer, aber dass auch hier ein Wartehäuschen auf dem Radweg steht, ist mir bisher entgangen. Das ist eine Stelle, an der alles, was einem Radfahrer Schlechtes widerfahren kann, zusammenkommt: Hochbordradweg, Zweirichtungsradweg, Haltestelle, Pflaster, sichtbehindernde Hindernisse und Studenten ( ;) ).

 

Vielleicht finde ich neben den „weihnachtlichen Verpflichtungen“ etwas Zeit, um das STA mit ein paar Zeilen zu erfreuen. :)