Dresden gegen Radfahrer

Wie die Stadt Dresden Radfahrern das Leben schwer macht


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RWBP Winterbergstraße – Antwort vom STA

Im Dezember kam die Antwort auf meinen Antrag zur Aufhebung der rechtswidrigen RWBP auf der Winterbergstraße (kurz vor dem Großen Garten) rein.

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RWBP Winterbergstraße Seite 1

RWBP Winterbergstraße Seite 2

RWBP Winterbergstraße Seite 2

 

Erwartungsgemäß wird die Aufhebung im jetzigen Zustand abgelehnt, rechtliche Grundlagen fehlen diesmal völlig.

 

Mit keinem Wort wird erwähnt, welche notwendigen Gefahren vorhanden sind, um die Benutzungspflicht nach §45 (9) StVO zu rechtfertigen.Auch die fehlenden baulichen Voraussetzungen wurden mit keinem Wort erwähnt.

Dass Geradeausfahrten von der Fahrbahn in den Großen Garten ausgeschlossen und durch verkehrsrechtliche Ausnahmen nicht zu regeln seien ist ebenfalls Blödsinn, denn auf der gegenüberliegenden Seite des Großen Garten ist genau das der Fall. Dort fährt man nämlich von der Fahrbahn der Helmut-Schön-Allee ordnungsgemäß geradeaus in den Großen Garten.

Der Kommentar mit den guten Sichtverhältnissen ist blanker Hohn. Eine der größten Gefahrenquellen für Radfahrer sind rechtsabbiegende KFZ, die zu faul sind Spiegel und Schulterblick zu nutzen. Sowas als gutes Sichtverhältnis zu bezeichnen ist eine Unverschämtheit.

Bis die unfähigen Schnarchsäcke vom Stadtplanungsamt in zwei Jahren mal fertig sind, will das STA wie üblich über der Straßenverkehrsordnung stehen.

 

Interessant ist diesmal, dass mein Antrag auch als Antrag und nicht als Widerspruch gewertet wurde. Beschieden muss dieser trotzdem werden. Zeit schinden, indem ich einen neuen Widerspruch mit neuer Frist stelle ist nicht drin.

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Benutzungspflicht in Tempo-30-Zonen

Da war doch was.

§45 (1c)  StVO

Die Straßenverkehrsbehörden ordnen ferner innerhalb geschlossener Ortschaften, insbesondere in Wohngebieten und Gebieten mit hoher Fußgänger- und Fahrradverkehrsdichte sowie hohem Querungsbedarf, Tempo 30-Zonen im Einvernehmen mit der Gemeinde an. Die Zonen-Anordnung darf sich weder auf Straßen des überörtlichen Verkehrs (Bundes-, Landes- und Kreisstraßen) noch auf weitere Vorfahrtstraßen (Zeichen 306) erstrecken. Sie darf nur Straßen ohne Lichtzeichen geregelte Kreuzungen oder Einmündungen, Fahrstreifenbegrenzungen (Zeichen 295), Leitlinien (Zeichen 340) und benutzungspflichtige Radwege (Zeichen 237, 240, 241 oder Zeichen 295 in Verbindung mit Zeichen 237) umfassen.

 

Und das macht man dann daraus:

Hertha-Lindner-Straße

Hertha-Lindner-Straße

 

Schutzstreifen (Zeichen 340) dürfen sich auch nicht darin befinden. Beim Anordnen von Tempo-30-Zonen sollte man schon mal prüfen, ob andere Anordnungen dadurch berührt werden. Für die Praxis spielt das in diesem Fall keine wesentliche Rolle, aber so ein bisschen Ordnung muss ja sein. :-)


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Versagerabteilung wütet wieder in Dresden (Baustellen)

Es gibt mal wieder ein paar Baustellen in Dresden. Und die verantwortlichen Planer das Straßen- und Tiefbauamts werden nicht müde ihre geballte Inkompetenz zu demonstrieren.

 

Nummer eins ist die Antonstraße:

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Baustelle Antonstraße

Antonstraße? Da war doch … schon mal sowas! Normale Menschen lernen ja aus ihren Fehlern, aber nicht so die Profis vom STA. Im fließenden Verkehr haben Radfahrer keine Chance sich einzuordnen. Das angeordnete Tempolimit (im Bild am Beginn des Gehwegs hinter der Kreuzung) ist auch nur Makulatur. Die Dosenfahrer halten sich natürlich nicht dran, aber das war auch den Versagern klar, die das Schild aufstellen lassen haben.

 

Die bessere Baustelle befindet sich allerdings an der Kreuzung Könneritzstraße/Ostraallee.

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Könneritzstraße – Beginn Umleitung

 

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Ostraallee – Nach einer Rechtskurve zweimal links

 

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Nochmal quer über den Gehweg und irgendwo wieder einordnen

 

Normalerweise werden Radfahrer von einem gemeinsamen Geh- und Radweg (Benutzungspflicht rechtswidrig angeordnet) auf einen Radfahrstreifen geleitet. Jetzt müssen sie rechts um die Ecke fahren, absteigen und bis zum Gatterende schieben, da sie mangels blauen Lollies auf dem Gehweg nicht mit dem Rad in die Ostraallee reinfahren dürfen, dann die Fahrbahn queren, auf dem gegenüberliegenden Gehweg wieder aufsteigen, rechts um die Ecke fahren und sich dann wieder irgendwo da hinten auf den Radfahrstreifen begeben.

Hier frage ich mich wirklich, ob die Baustellenfanatiker im STA permanent unter Alkoholeinfluss oder anderer psychoaktiver Substanzen stehen. Selbst mit ’nem IQ an der Debilitätsgrenze erkennt man, dass diese „Umleitung“ einfach nur Dreck ist.

Dass die Schädigung oder Tötung von Radfahrern vom Dresdner STA allen Anschein nach billigend in Kauf genommen wird ist ja nichts neues, aber hinter diesen Baustellenverbrechen steckt vermutlich Methode. Vielleicht gibt’s amtsinterne Wettbewerbe über die dümmstmögliche Verkehrsführung für Radfahrer. Der Gewinnvorschlag wird dann prämiert und umgesetzt.

Eventuell möchte man aber auch den Modal Split in Dresden auf Radfahrerseite wieder etwas ausdünnen. Das Radfahren an sich noch unattraktiver zu machen oder die Radfahrer gleich praktischerweise vom motorisierten Verkehr „abräumen“ zu lassen scheinen geeignete Mittel zu sein.